Mittwoch, 20. Januar 2016

SciSys Sensor Chess - der mit der Goldkante

Interessiert man sich für alte Schachcomputer, kann man um diese Serie von SciSys keinen Bogen machen. Es ist die erste Auftragsarbeit von Julio Kaplan für SciSys. Von der Spielstärke noch kein großer Wurf, doch für 4 KB ROM sehr solide. Vor allem die Ausstattung mit 64 Feld LEDs in einem Plastikgehäuse gehörte im Jahr 1981 zu den Ausnahmen. Das Schachprogramm war in einem austauschbaren Modul untergebracht, für spätere Entwicklungen.

Die Grundgeräte gab es in zwei Varianten: Schlicht in grau-schwarzer Farbgebung und in der weitaus schöneren Holzimitation. Besonders hervorzuheben sind hier die dezent unter einer Folie leuchtenden LEDs, sowie die schicke Goldleiste um das Gehäuse. Die Idee mit der transparenten Folie über den LEDs griff Mephisto in den neueren Modellen des Modular wieder auf.

Sehr gesucht sind heute die Sensor Chess Module. Insbesondere das Classical Style Super Strong und das Hypermodern Super Strong brachten mit Ihrer Erweiterung auf 8 KB ROM eine spürbare Veränderung in Eröffnung und Spielstil. Während das "Klassik"-Modul auf Eröffnungen wie Spanisch, Italienisch, Sizilianisch oder Damengambit abgestimmt wurde, hatte man sich beim "Hypermodern"-Modul die Meister vom Anfang des 20. Jahrhunderts als Vorbild genommen. Es spielt wirklich nur Eröffnungen à la Reti, Nimzowitsch, Aljechin & Co. Fianchetto- und indische Eröffnungen gehören zum Standardrepertoire.

Auch wenn ich dem SciSys Sensor Chess mit Modulen maximal 1400 ELO attestiere, macht das Schachspielen mit diesem schönen Stück Schachcomputergeschichte großen Spaß.  Partien von Sensor Chess gegen Gegner bis 1500 ELO finden sich im Thread bei Schachcomputer.info:
U1500 Turnier Deep Depp Advanced

Donnerstag, 7. Januar 2016

Fidelity Designer auf Steroid

Mit der Designer-Familie war Fidelity sehr erfolgreich. Ein modern gestaltetes, flaches Sensorbrett mit LCD Anzeige bildete den Rahmen für unterschiedliche Versionen - vom 8 Bit Designer 2000 bis zum 32-Bitter Designer 2325 Master mit Mach IV-Programm. Dieses sollte 24 Jahre lang der stärkste Fidelity-Plastikbomber bleiben. In 2015 kamen dann aus dem bekannten Hardware-Labor von SteveUK neue Platinen für die Designer mit Display auf den Markt.

Ich konnte nicht lange innehalten und besorgte mir so eine Platine, um diese in einen Designer 2000 Display einzubauen. Schnell das Gehäuse aufgeschraubt, Platine gewechselt und das Flachbandkabel umgesteckt - fertig. Doch wie nennt man so ein Monster?" Beim 15. DACH-Turnier in Kaufbeuren wurde "Mach 5" vorgeschlagen in Anlehnung an die Mach-Serie von Fidelity, eine andere Idee war "Designer V9". Am genauesten ist es bei Nicht-Serienmodellen immer das Kind beim (Hardware-)Namen zu nennen. Ergo: "Designer 68030 50 MHz"

Die Hardwareausstattung der Platine entspricht zum großen Teil der des Fidelity Avantgarde Version 9, allerdings ist jener "nur" mit 32 MHz getaktet, hat aber den größeren Speicher für Hash-Tables - 1024KB statt 512KB beim Designer. Von der Spielstärke dürften sich beide Varianten ungefähr die Waage halten. Für Puristen ist solch ein Umbau natürlich nichts, diese Entscheidung sollte jeder für sich treffen. Und ehrlich: einen Designer 2265 oder 2325 belasse ich auch lieber im Originalzustand.

Aktuelle Partien des Designer 68030 50 MHz findet man hier: 12. Online Aktiv WM 2016 von Schachcomputer.info