Freitag, 26. Januar 2018

Yeno: Schachcomputer aus Frankreich

Schon mal Yeno gehört? Ein ehemaliger französischer Hersteller von Elektronikartikeln, der hierzulande relativ unbekannt ist. Selbst im Netz findet man wenig Informationen. Die Produktpalette umfasste allerlei Spiel- und Lerncomputer für Kinder und Jugendliche - darunter auch ein paar Schachcomputer. Ende der 80er versuchte man sich auf dem Markt und blieb relativ unauffällig. Bereits Mitte der 90er war Schluss mit dem Engagement, so dass es max. zehn Schachcomputer zur Serienreife brachten. Eine gute Übersicht findet man unter Yeno in der Datenbank von Hein Veldhuis.

Die meisten Modelle waren mit dem 4K-Programm des Dänen Kaare Danielsen ausgestattet, dementsprechend schwach und relativ günstig. Herausstechend sind für mich zwei Modelle, die sich an den durchschnittlichen Schachspieler richteten und von namhaften Programmierern stammen:
Neues Spiel
Der Yeno 532 XL hat ein Drucksensorbrett und 64 Feld LEDs - in diesem Preissegment eher selten anzutreffen - dazu zwei kleine LCD Anzeigen. Das Schachprogramm dürfte ein naher Verwandter des Mephisto MM II sein. Ein Vergleich von Lösungszeiten im Colditz-Test belegt das, allerdings ist der 532 XL immer einen Tacken schneller als der MM II. Taktisch sind die Rathsman-Progs recht stark, positionell eher mau. Die Stellungsbewertung im Display braucht man gar nicht erst bemühen, es ist für die Katz. Es werden lediglich die Unterschiede der reinen Figuren angezeigt, keinerlei Dynamik oder Position in der Bewertung.

Der Yeno 416 XL trägt den Zusatz Partner & Tutor. Neben dem reinen Schachprogramm, einem Ableger des Mephisto Europa, sind 320 Schachaufgaben vorhanden. Pro Aufgabe werden Punkte vergeben zur Einstufung der eigenen Spielstärke. In einem dreisprachigen, fetten DIN A4 Buch werden dem Anfänger die Schachregeln und einfache Grundmotive erklärt. Die Übungen folgen im Anschluss und werden sukzessive schwerer.

Warum (fast) alle Yeno Schachcomputer das Kürzel "XL" führen hat sich mir nicht erschlossen. Wahrscheinlich reiner Marketing-Gag. Ein XS bis M hätte den Yenos besser zu Gesicht gestanden, legt man die Spielstärke zugrunde.


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